Ein wilder Ritt über die Tasten und durch die Genres – Joachim Thoms am 19. Oktober

Erneut in St. Martin: Achim Thoms am 19. Oktober 2018. Bild: FVKM, MSchülke

Orgelmusik der ganz besonderen Art von Joachim Thoms – das wollten rund 70 ZuhörerInnen am 19. Oktober in der St. Martinskirche hören. Bei Orgelkonzert denkt man als Erstes an Bach und Kirchenorgeln, nicht an Tango, Jazz oder Flamenco.

Ganz anders sind die Konzerte von Joachim Thoms. Erneut war der Organist aus Berlin bei uns zu Gast, mit seinem neuen Programm »Sahara«.

 

Achim Thoms mit »Sahara«: flink huschten die Finger über die Orgeltasten. Bild: FVKM, MSchülke

Joachim Thoms ist bekannt für seine ungewöhnliche Stückauswahl und lebhaften Improvisationen. Dazu überraschten diesmal noch weitere Instrumente. Zu hören war ein wilder Ritt durch die Genres – von Weltmusik über Jazz bis Tango, Flamenco und Bossa Nova. Dazu tanzten die Finger des quirligen Joachim Thoms blitzesschnelle über die Tasten der Orgel. Die Musik, von klanggewaltig bis ganz zart, wurde von der Moderation unterbrochen, die Joachim Thoms mal »von oben« und mal »von vorne« sprach.

Bild: FVKM, MSchülke

»Sevdan Olmasa«, ein türkisches Volkslied über eine Dorfhochzeit, kündigte Thoms als »orientalischen Zauber mit arabeskem Fieber« an. Es folgte ein Jazzklassiker: »Tico tico« von Zequina Abreu. Zur Überraschung der ZuhörerInnen spielte Thoms dann von vorn auf dem Akkordeon »Chitarra Romana«, einen Tango von E. di Lassaro, und sang dazu. Nach einem weiteren Tango durfte natürlich J.S.Bachs d-moll Toccata, als Variation mit einer improvisierten Bossa-Nova-Fuge, nicht fehlen. Erst klassisch, dann »latinisiert«, zum Schluss klang es filmmusikhaft, fast wie Miss Marple.

 

Beim Jiddischen Swing »Bei mir bist du scheen« kam ein Kazoo zum Einsatz, bei der arabisch angehauchten Eigenkomposition »Flamenco für Katharina«, Katharina Valente gewidmet, auch Percussion. Ein weiterer Klassiker beendete das Programm: »All of me« von Gerald Marks, gefolgt von den Zugaben »La Cumparsita« von Gerardo Matos Rodríguez, der üblicherweise der letzte Tango des Abends ist, und „»Music was my First Love« von John Miles.

Reichlicher und wohlverdienter Beifall der ZuhörerInnen für diesen Parforce-Ritt von Joachim Thoms. Es war sicher nicht sein letzter Auftritt in St. Martin.

Das Konzert wurde vom Förderverein Kirchenmusik in St. Martin unterstützt.

Über Joachim Thoms

Joachim Thoms aus Berlin ist leidenschaftlicher, witziger Organist, Dirigent, Cembalist und Sportler. Er war zuletzt 2016 und 2017 zu Gast in St. Martin. Seine Programme »Die Orgel tanzt crossover« und »Ganz großes Kino« verführten das Publikum zu Begeisterungsstürmen.

Joachim Thoms studierte von 1982-1987 Kirchenmusik in Görlitz. Seine Improvisationstechnik vervollkommnete er amKirchenmusikalischen Institut der Universität Greifswald. Er war Privatschüler des Konzertorganisten Erich Piasetzki und des Komponisten Hans Peter Jannoch. Thoms arbeitet als Kirchenmusiker an der katholischen Pfarrkirche in Berlin-Weißensee und führt dort regelmäßig oratorische Werke auf. Außerdem konzertiert er mit seinen Orgelimprovisationen und in verschiedenen Besetzungen mit dem Ensemble »Compagnia dell‘ arte«.

Weitere Infos:
http://www.achim-thoms.de/

Weitere Fotos:

Achim Thoms moderiert am 19. Oktober 2018. Bild: FVKM, T.Stülten

Achim Thoms bei der Moderation. Bild: FVKM, MSchülke

Achim Thoms mit seinem Programm »Sahara« am 19. Oktober 2018. Bild: FVKM, T.Stülten